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Nightwish – Headbangen im Fieberwahn

Fünf Jahre ist es her, dass Nightwish mit ihrem Album ‘Angels Fall First‘ das erste Mal von sich hören machten. Seitdem ist viel passiert! Mittlerweile den Kinderschuhen entwachsen, zeigen die Finnen um Frontfrau Tarja Turunen mit ihrem neuesten Werk ‘Century Child‘, dass sie keine Angst vor Veränderungen haben.

In Marco hat die Band nicht nur einen neuen Bassisten gefunden, sondern auch das perfekte Pendant für den weiblichen Gesangspart.
„Einer der Gründe warum ich Marco in der Band haben wollte ist die Tatsache, dass er ein fantastischer Bassist und ein großartiger Sänger ist. Er vereinigt zwei Talente in einem und deshalb sind wir sehr froh ihn bei uns zu haben,“ berichtet uns Tuomas.
Eine Ausnahmeband geht also einen Schritt vorwärts. Aber wer sich mal die erste Scheibe ‘Angels Fall First‘ anhört, wird schnell feststellen, dass dort auch ein männlicher Gesangspart vertreten war. Es war kein minderer als Tuomas Holopainen himself. Warum also nicht wieder? Darauf hatte er eine schnelle Antwort: “Das ist ganz einfach: Ich mag einfach nicht gerne singen. Und ich glaube, ich bin auch kein guter Sänger. Bei ‘Angels Fall First‘ war das ein Versuch, ein Anfang, aber das war auch das Beste, was ich so von mir geben kann. Wenn sich jedoch eine Band weiterentwickeln möchte, dann braucht sie einen guten Sänger. Und ich denke Marco macht einen verdammt guten Job!“

 

Das tut er auch, was live noch viel deutlicher wurde. Nightwish könnte es schaffen mit ‘Century Child‘ noch mehr Fans anzusprechen, als sie jetzt schon tun. Aber besteht nicht die Gefahr, dass Frontfrau Tarja in den Hintergrund gedrängt wird? “Ich hab das gemacht, was die Songs benötigten. Auf ‘wishmaster‘ war ich vollends mit Tarja`s Part zufrieden, das bin ich jetzt immer noch. Die Songs auf dem Album benötigten einfach keine männliche Stimme. Aber ich versuche mit jedem neuen Album neu herumzuexperimentieren. Und jetzt war es an der Zeit mit, einem männlichen Gesangspart zu experimentieren.“ Sein Wort in Gottes Ohren.

Aber auch inhaltlich hat sich auf dem neuen Longplayer viel getan, selbst Tarja bezeichnet die Lyrics als sehr „gefühlsbeladen“. “ ‘Century Child‘ ist das persönlichste Album, was ich je geschrieben habe. Alle Lyrics basieren auf persönlichen Erlebnissen, Gefühlen, Träumen und Ängsten. Das vergangene Jahr war für mich das härteste meines Lebens, nicht nur in persönlicher Hinsicht sondern auch auf das Musikbusiness bezogen. Ich meine, wir waren anderthalb Jahre auf Tour und die Dinge begannen mir aus den Händen zu gleiten. Indem ich all diese Gefühle auf Papier festhalte, verpasse ich mir selbst die bestmögliche Therapie und kann somit allen Aggressionen freien Lauf lassen ohne gleich jemanden verprügeln zu müssen. So entstehen dann auch Songs wie ‘Slaying The Dreamer‘. Und das ist auch der Grund dafür, dass dieses Album eines der härtesten und düstersten Nightwish-Alben ist, auch von den Lyrics her.“

Oh ha...na ja, keine „Gruftmucke“ ohne „Gruftemotionen“. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum dieses Album in ganzer Linie besticht. Das Original-Orchester anstelle des Synthies tut seinen Rest und Marco und Tarja sorgen für die absolute Gänsehautstimmung.

Und dass die Fans keinesfalls enttäuscht über diese und andere Neuerungen im Hause Nightwish sind, konnte man deutlich live spüren. Die Band sorgte auf ihrer Tour für ausverkaufte Hallen, nassgeschwitzte Shirts und Nackenschmerzen ohne Ende. So auch in Köln und Berlin, wo die Fans in Scharen kamen, um gemeinsam mit Nightwish, den HIMlischen Jungs von Charon und den Holländern After Forever das Palladium bzw. die Columbiahalle zu rocken.

Als Charon kurz nach 20 Uhr die ehrenvolle Aufgabe hatten, als erste Band des Abends die Bühne des Palladiums/Columbiahalle zu entern, waren mindestens ein paar Leute im Publikum dem Gedanken nah, sich vielleicht im Datum getäuscht oder fälschlicherweise auf ein Konzert von HIM verirrt zu haben. Dieser Gedanke war tatsächlich nicht so verkehrt, da die zu vernehmende Stimme, verdächtige Ähnlichkeit mit der eines gewissen Herrn Valo hatte. „Wenn du solche Musik wie wir machst, sehen Kritiker immer die Verbindung zu HIM oder Sentenced, vor allem in Finnland. Sicherlich gibt es Bands, die den selben Weg einschlagen und zugegeben, auch unser aktuelles Album ‘Downhearted‘ klingt ziemlich nach HIM, aber das war keinesfalls beabsichtigt! Als ich die Songs geschrieben habe, war HIM garantiert die letzte Band, an die ich dabei gedacht habe. Natürlich haben Ville und Co. eine Menge geleistet und ich genieße ihre Musik. Sie sind eine großartige Band! Aber es ist garantiert nicht unser Anliegen, die Jungs zu kopieren,“ so Sänger J. P. Leppäluoto zu den vermeintlichen Vorwürfen.
Schließlich befand man sich dann aber glücklicherweise doch nicht inmitten einer kreischenden Horde pubertierender Mädels und spätestens ein Blick auf Frontmann J. P. verwischte alle Zweifel, denn so gekonnt posen kann nicht mal Schnuckelchen Ville. Aber im Publikum war man sich anfangs trotzdem nicht so ganz einig, ob Charon nun begeistert empfangen werden sollen oder einfach als obligatorischer Support akzeptiert werden müssen. Lange dauerte es jedoch nicht, bis J. P. die Masse auf seiner Seite hatte, zumindest den Teil davon, der vor dem Mischpult stand. Die Finnen überzeugten an diesem Abend hauptsächlich mit Songs vom aktuellen Album und stellten bei ‘Sorrowsong‘, ‘Craving‘ oder ‘Little Angel‘ ihr Talent für ohrwurmartige Melodien unter Beweis, die dann doch mit einem wesentlich härterem Sound als der ihrer finnischen Landsmänner HIM untermalt wurden. Nach knapp 30 Minuten verabschiedeten sich Charon, um die Bühne für eine Metalband eines wesentlich härteren Kalibers freizugenben, After Forever.
Frontfrau Floor und ihre Jungs waren für das Publikum keine Unbekannten, obwohl ihre Shows in Deutschland noch an einer Hand abgezählt werden können. Wahrscheinlich war man gerade deshalb so gespannt auf den Auftritt. Und das Publikum schien tatsächlich begeistert, trotz der offensichtlichen Versuche seitens der Sängerin die wohl am meisten erwartete Frau des Abends zu kopieren, Tarja Turunen. Aber abgesehen davon lieferte die Band aus dem Heimatland von Frau Antje eine ziemlich gelungene Show, die mit einem fast perfekten Sound gesegnet war. Und wenn Floor mal davon abließ, das Palladium mit ihrer oft viel zu hoch kreischenden Stimme zu beschallen und Sänger Sander mal zum Zug kam, wurde erst das tatsächliche Potential von After Forever offenbart. Leider kam das nicht so häufig vor. Doch eins muß hier noch lobend erwähnt werden, die Leute hatten definitiv ihren Spaß, folgten Floor‘s Animationen zum Headbangen und bei dem Iron Maiden-Cover ‘The Evil That Men Do‘ bebte das komplette Palladium. Sehr Geil! So klang die weibliche Stimme wenigstens mal ganz angenehm und nicht so dermaßen übersteuert.
Die nun folgende Umbaupause war für die Meisten wohl unerträglich, denn schließlich warteten sie schon viel zu lange auf ihre Lieblinge. Als Nightwish endlich loslegten, gab es für die Fans schon bei den ersten Klängen von ‘Bless The Child‘ kein Halten mehr. Tatsächlich keine Spur von Enttäuschung über die stilistische Veränderung der Band oder über den Neuzugang von Bassist Marco, der bei Songs wie ‘Dead To The World‘ und ‘Slaying The Dreamer‘ zu überzeugen wußte und mit Tarja perfekt harmonierte. Mastermind und Keyboarder Tuomas sieht das genauso. „Ich experimentierte schon vor ‘Century Child‘ damit herum, in einigen Songs männliche Vocals einzubauen und da ich selbst diesen Part nicht übernehmen wollte und uns sowieso ein Bassist fehlte, kam es zu der Entscheidung, Marco in die Band zu holen. Er ist ein fantastischer Bassist und ein großartiger Sänger. Er vereint zwei Talente in einem und deshalb sind wir sehr froh in bei uns zu haben.“

 

Zur Freude der Fans wurden aber nicht nur Songs der aktuellen CD zum Besten gegeben, sondern mit ‘Come Cover Me‘ oder ‘Sacrament Of Wilderness‘ auch ältere Sachen zu Gehör gebracht. Die Fans waren zufrieden und bemerkten nicht im geringsten, daß Tarja die Bühne leicht angeschlagen betreten hatte, denn die Ärmste war schon seit Tagen nicht gerade in bester Verfassung und quälte sich jedes Mal erneut mit Fieber auf die Bühne. Doch anmerken ließ sie sich das nicht. Im Gegenteil, wie gewohnt zeigte sie sich von ihrer charismatischsten Seite, moschte was das Zeug hielt und gönnte sich nur ein einziges Mal eine Verschnaufpause. Während dieser Pause kam es für das Publikum zu einer Überraschung, mit der wohl keiner gerechnet hatte. Und zwar in Form einer Coverversion. Aber nicht etwa wie erwartet ‘The Phantom Of The Opera‘ (geht ja ohne Tarja schlecht), sondern ‘Crazy Train‘ von Madman Ozzy Osbourne. Einfach Hammer! Bei dieser Überdosis Heavy Metal blieb kaum ein Nacken verschont und auch Tuomas headbangte als ob er vom Teufel besessen wäre. Das traf eigentlich auf so ziemlich den kompletten Gig zu, sprich die ruhigen und atmosphärischen Parts standen an diesem Abend auf der Playlist nicht unbedingt an erster Stelle. Was aber wahrscheinlich eher daran lag, das ‘Century Child‘ die wohl härtesten Nightwish-Songs überhaupt enthält.

Bei der Zugabe wurde es wirklich erstmalig ruhig um die Band und der Fan bekam zur Belohnung für jahrelange Treue den wohl besten Nightwish-Song ever zu hören, den Klassiker ‘Sleeping Sun‘ vom zweiten Album ‘Oceanborn‘. Gänsehautfeeling und Flammenmeer vorprogrammiert! Doch so wollten und konnten Nightwish die Bühne nicht verlassen und so luden die Finnen mit ‘Wishmaster‘ noch ein letztes Mal zum Bangen ein, bevor sie völlig erschöpft und auf Grund des heftigen Beifalls fast den Tränen nah die Bühne verließen. (Anm.d.R. Stefans Nacken schmerzte nicht, kein Wunder bei mind. 3x Bangen in der Woche, ich war das dann doch nicht mehr gewohnt... (Anm.d.R. Ach Jack_D, du wirst halt langsam alt *lol*))
Und um dann doch noch mal auf die seit längerem kursierenden Gerüchte um Tarja’s Ausstieg aus der Band einzugehen, gebe ich das Wort einfach an Tuomas ab: „Wir machen jetzt erst mal ein Jahr Pause, da Tarja Zeit braucht, um sich auf ihr Studium in Karlsruhe zu konzentrieren. Schließlich hat sie uns fünf Jahre für Nightwish gegeben, nun ist es an uns, ihr eine Pause zu gönnen. Aber das bedeutet keinesfalls, dass sie die Band verlassen wird! 2004 wird es definitiv ein neues Nightwish-Album geben und wir werden auch wieder auf Tour gehen! Mit Tarja!“
(Konzertbericht Köln: Juliane; Berlin/Interview: Jack D.)


 

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Jack_D
© 09/2002 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Nightwish

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