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Erstmals in der Geschichte des Festivals war dieses bereits im Voraus ausverkauft, die Fans strömten von überall herbei, um diesmal beim weltgrößten Heavy Metal-Festival über 80 Bands des harten Musiksektors bei der 13. Ausgabe des Wacken abzufeiern. Auf den Campingplätzen ging es multinational zu, neben dänischen, italienischen, spanischen, holländischen oder japanischen Gästen sah man auch etliche Autos mit Nummernschildern aus ganz Deutschland.
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Das Festival begann am Donnerstag schon absolut grandios für die Whiskey-Soda-Delegation, da wir uns total verfahren hatten, dem Andrang der zahlreichen Journalisten bei der Akkreditierung Tribut zollen mussten und knapp zwei Stunden auf die Ich-bin-wichtig-Ausweise mit den ersten Bierchen im Sonnenschein warteten und so mit beginnenden Drehern im Kreativ- und Denkbereich des Körpers den Marsch antraten, unser Zelt abzuholen. Aufgrund organisatorischer Pannen befand sich dieses auf dem Zeltplatz für die „gemeinen“ Besucher, so blieb nichts weiter übrig, eine tragbare Vier-Personen-Unterkunft bei Hitze durch ganz Wacken zu schleppen. Für echte Kerle an und für sich kein Problem, nur wenn just während dieses Zeitraums das verschobene Blaze-Interview kurzfristig stattfinden soll, können einem schon die Tränen als gestandener Metaller in die Augen schießen, aufgrund solcher Pannen ein Treffen mit seinem persönlichen Helden zu verpassen... Zumal Chefchen sich panisch vor Ort befand, Blaze wartete und ich die Fragen in der Tasche hatte, ein paar Kilometer weiter. Aber der sympathische Brite war so kooperativ, dass er sich für ein paar Backstage-Fotos ablichten ließ. Natürlich auch für Groupshoots, damit der Fotograf (Chefe) etwas für die Daheimgebliebenen zum angeben hat. Arrrrgghhhh!!!
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Der Zeltplatz entpuppte sich als Acker, der geneigte Leser kann sich vorstellen, wie schwierig es sich gestaltete, auf unebener Fläche mit dem Chef und einem Bier in der Hand den Anweisungen der Goth-Redakteurin Folge zu leisten und zu versuchen, die Nylon-Behausung zu errichten. Irgendwann war es dann fertig: das Zelt und der Messiah´s Kiss-Gig. Sprich: Wir verpassten die Melodic Metal-Combo, aber was auf den Zeltacker herüber dröhnte, klang sehr vielversprechend!
Es folgte das nächste Highlight: Unwetterwarnung! Wie eine schwarze Scheibe brauten sich die Wolken bedrohlich über der Bühne zusammen, was nur einen Schluss übrig lässt: Der Wettergott ist kein Schwermetaller! Stimmwunder und Metal-Beau Timo Kotipelto musste mit den Widrigkeiten der Natur wie Regen und Sturm während seines Auftritts kämpfen, bei dem die Lichtanlage bedrohlich schwankte. Trotzdem überzeugte der Stratovarius-Sänger mit seiner Soloband durch eingängigen Melodic Metal und Songs wie ´Lord Of Eternity´. Mit etlichen prominenten Musikern wie dem Children Of Bodom-Keyboarder zeigte Timo Kotipelto einen impulsiven Gig mit schnellem, satten Sound. Später gab der finnische Ausnahmesänger im Gespräch zu, dass „viele Leute sagten, der Sturm hätte perfekt zu den Songs gepasst. Ich dachte aber die ganze Zeit darüber nach, was passiert, wenn die Lichtanlage auf die Bühne stürzt!“.
Es gibt Dinge, die muss ein Mann einfach erledigen. Zum Beispiel seinem Lieblingsklub trotz Abstieg die Treue halten. Oder trotz Platzregens zum Blaze-Gig vor die Bühne pilgern. Irgendwann beruhigte sich die Wetterlage bei dem ehemaligen Iron Maiden-Frontmann wieder, so dass der Brite spielfreudig wie eh und je Klassiker der Eisernen Jungfrauen á la ´Falling Down´ oder hervorragende Eigenkompositionen wie ´Kill And Destroy´, ´Tenth Dimension´ oder ´Ghost In The Machine´ in wahrhaftig fettem Klang zum Besten gab.
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Bei Doro, der zierlichen Vorzeige-Sängerin aus deutschen Landen, goss es aus Kübeln, trotzdem strahlte Frau Pesch unglaubliche Kraft und Motivation aus. Mit ihrer intensiven Stimme kamen neuere Songs, aber auch alte Warlock-Klassiker wie ´Burning The Witches´ zu Gehör, allerdings fiel die Stimmung ob des bescheidenen Wetters beim Publikum eher verhalten aus. Rose Tattoo mussten ebenfalls versuchen, bei Dauerregen so etwas wie gute Laune mit ihrem dreckigen Rock´n´Roll zu verbreiten, was sich allerdings schwierig gestaltete. Etwas durchnässt und zum ersten Mal knöcheltief im Schlamm gab es abends noch ein paar Büchsen Bier, kalte Dosenspaghetti und Tütenwürstchen vor dem Zelt (echt Metal!!!), bevor es müde und dezent verdreckt (noch mehr Metal!!!) ins Bett ging...
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