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Samstag, 3. Juli
Die Frage, warum solch Clown-Rocker wie A.O.K. die Hauptbühne beschlagnahmen dürfen, bleibt genauso unbeantwortet, wie die Frage, warum solch hypermotivierte Musiker wie Ektomorf nicht länger als fünfunddreißig Minuten Spielzeit gestatten bekommen. Letztere sind die unübertroffenen Metal-Newcomer des Jahres und bringen mit ihrem ungarischen Charme sämtliche Massen in Rage. Trashcore vom Feinsten: "Fire" und "I Know Them" lassen kein Haarband ungeöffnet und wer Soulfly und Sepultura mal gut fand, wird sich in Ektomorf verlieben.
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Die Clevelander NuMetaller Chimaira beweisen durchaus auch Livequalitäten, die ihnen vom Publikum mit staubaufwirbelnden Mosh-Attacken gedankt werden.
The Bones allerdings lassen die innere Hitze der Meute schnell wieder absinken, da ihre Fähigkeiten zu siffigem Rock´n´Roll eher zum Schunkeln und Mitwippen, als zum Abfeiern einladen.
Die Drum- und Percussion-Vorstellung von Duo Dave Chavarri (Schlagzeug) und Danny Couto (Percussions) von Ill Nino sorgen dafür zwar für reichlich Groove, ihr moderner Metal allerdings kann nicht jeden eingemoshten Banger vom Bierstand weglocken.
Die Moderne wird darauf abgelöst von traditionelleren Klängen: Grave Digger betreten die Bühne.
Nicht nur den Regen sieht man in Massen ströhmen, auch Menschenmassen tun selbiges. Von ihrer feuchten Umgebung nicht abgestreckt feiern sie die Band um Urgestein Chris Boltendahl. Seit Anfang der 80er am Start werden die Teutonen-Metaller weder zu müde noch zu alt ihre hämmernden Metal-Hymnen zu schmettern.
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Das US-Quartett von Fear Factory spielt mit der Macht von Industrial-Klängen gegen verregnete Unwetter an. Die kalte Brutalität von "Replica" und "Martyr" sind nur zwei Beispiele von einem Haufen überweltigend-mitreißenden Songs. Mit "Archetype" haben die Jungs aus Los Angeles das Comeback des Jahres hingelegt und spielen in Roitzschjora beim WFF das einzige deutsche Open-Air des Jahres! In Plastiktüten gehüllt oder bis auf die Unterhose durchnässt, zeigen Zuschauer und Zuhörer ihre tiefste Dankbarkeit.
Six Feed Under, und Agnostic Front geben ihr Bestes, bevor einer der WFF Headliner die Bühne betritt: Dimmu Borgir.
Im aufwendigen Corpsepaint legen die Norweger mit episch-sinfonischer Erhabenheit los. Nicht nur mit "Spellbount By The Devil" zeigen die Musiker, dass eine Kombination von brutaler Härte und wundervollen Melodien durchaus umsetzbar ist.
Auch, wenn der Sound teilweise dürftig ist, ist der Applaus nach Knallern wie "Spiritual Black Demensions" und "Mourning Palace" umso größer, denn das WFF ist das einzige Festival in diesem Jahr, das Die Black-Metaller bespielen.
Saturday Night Fever
Das Saturday Night Fever findet seine Eröffnungszeremonie direkt nach dem Auftritt von Dimmu Borgir unter der Führung von Neck. Irish Folk und Punk sind leitende Elemente dieser Musikcombo. Erstaunte Blicke und flatternde Ohren lauschen Songs wie "A Fistful Of Shamrock" noch eher andächtig als ausgelassen.
Diese Situation ändert sich spätestens mit dem Auftritt von Mnemic. Druckvoller Sound, weitläufige Industrial-Klänge und ein gutgelauntes Publikum, lassen diesem Auftritt einmalig wirken. Ihr dänischer "Fusion Future Metal" enthält sowohl Songs von ihrem Debüt-Album, als auch zwei neue Titel, die eine positive Zukunft der Band erahnen lassen.
Die darauf folgende ebenfalls gute Show hat dafür mindestens zwei gute Argumente: Emily an der Gitarre und Janis Tanaka am Bass. Nicht nur die zwei Frauen von Fireball Ministry rattern räudigen Retro-Metal, dass man meinen könnte, man bewege sich Mitte der 80er. Irgendwo zwischen Alice Cooper, Iron Maidenund Van Halen einzuordnen, beweisen die vier Amis ihr Talent. Wer sich bei The Peepshows auf einen freizügigen Auftritt von halbnackten Frauen gefreut hatte, wird leider enttäuscht: die Schweden haben mit Rockbitch rein gar nichts zu tun. Rock´n´Roll Mucke der Marke Hellacopters war geboten und beeindruckte nicht jedermann. Niederreißende Ermüdung und leichte Enttäuschung waren eventuell Auslöser für die baldige Leere an der Zeltbühne.
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