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Wer auf Bands wie Children Of Bodom, Moonsorrow oder alte Amorphis mit ihren melodischen, teils ausufernden Songs und Atmosphären steht, sollte sich den Namen Wintersun unbedingt merken. Der Perfektionist Jari schnappte sich den Rotten-Sound-Trommler Kai Hahto, der auf dem selbst betitelten Debüt brilliert, den Rest spielte der Multi-Instrumentalist im Alleingang ein. Frei von Zwängen und Kompromissen agiert Jari so wesentlich schneller, härter und komplexer als seine alten Kollegen, aber nicht minder melodisch, nur dass die folkigen Elemente auf ein Minimum reduziert wurden. "Ich schreibe seit vielen Jahren meine eigenen Songs und hatte schon immer die Vision, irgendwann meine eigene Band zu gründen. Nach dem Ensiferum-Aus Anfang des Jahres ging dann alles ziemlich schnell." erklärt Jari.
"Durch mein Engagement bei Ensiferum fand ich einfach keine Zeit mehr für meine eigene Musik. Neben Wintersun spiele ich auch noch bei Arthemesia. Den Ensiferum-Leuten ging das alles ziemlich gegen den Strich, weshalb sie eine Trennung als unausweichlich betrachteten. Allerdings sind wir nicht im Bösen auseinander gegangen, wir verstehen uns nach wie vor sehr gut." lässt der Sänger kein böses Blut aufkommen.
Neben den leichten stilistischen Unterschieden zur Ex-Band fällt besonders das spektakuläre Drumming auf. "Kai ist ein Jazz-Drummer, der sein Können mit Metal-typischem Drumming verbindet. Er hat wirklich alles auf dem Kasten und ist für mich persönlich der beste Drummer Finnlands." lobt Jari seinen Mitstreiter. Dessen Kunst kommt auch besonders durch die saubere, fast schon mechanische Produktion zur Geltung. "Wir haben in drei verschiedenen Studios produziert, wobei das Tico Tico wohl das bekannteste sein dürfte. Ich mag diese mechanischen Sounds, wo jedes Detail eindeutig zu identifizieren ist. Ich bin ein Perfektionist und strebe immer nach den höchsten Zielen."
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Und wie es für einen Perfektionisten auch üblich ist, gibt es auch einen Grund bzw. Zusammenhang zwischen dem Bandnamen und dem Sound, welchem sich Jari verschrieben hat. "Für mich hat die Musik etwas Extraterrestrisches an sich. Ich fühle mich beim Hören der Songs an den Weltraum, an die Sterne und an einsame Winterlandschaften erinnert. Zudem bin ich ein absoluter Natur-Fan und verwende viele Begriffe aus diesem Bereich." erklärt der blonde Finne. "Ich reflektiere mein eigenes Leben, arbeite jedoch sehr viel mit Metaphern, so dass erst auf den zweiten Blick deutlich wird, was gemeint ist." lässt Jari durchblicken.
Doch bleibt zu beachten, dass aus Finnland mehr als eine Handvoll Bands kommen, die im todesmetallischen Bereich vollends überzeugen. Doch Jari ist frohen Mutes, nicht in der Masse unterzugehen. "Ich versuche immer, musikalische Grenzen komplett auszuloten. Das Album ist sehr vielseitig und es verschiedene Arten von Songs vorhanden. Jeder Song ist ein Hit! Die Vocals sind meiner Meinung nach sehr gelungen, denn sie sind abwechslungsreich und beschränken sich nicht nur aufs Growlen. Es gibt auch cleanen Gesang, rauhe Chöre im Viking-Style. Ich denke, die Musik ist majästetischer als die der anderen Bands, haha." lacht Jari.
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Zum Schluss muss noch eine Frage geklärt werden: Was bedeutet speziell das Cover, dass an Dissection erinnert und typisch finnisch anmutet? "Ich hatte die Idee dazu schon vor einer ganzen Weile. Es reflektiert, wie ich mich fühle. Das goldene Licht am Horizont hinter den Bäumen symbolisiert das Ziel bzw. das Zuhause und der gefallene Mann das Gefühl, dass ich niemals zu diesem Licht gelangen werde. Ich bin ein absoluter Perfektionist und nie ganz zufrieden mit den Alben, die ich mache bzw. gemacht habe. Wenn es aber wirklich mal passieren sollte, dass ich eine perfekte Platte aufnehme, habe ich dieses goldene Licht erreicht!" Mit Wintersun ist Jari sicher schon ganz nah dran...
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