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Da sage doch noch einer, unser Magazin kümmere sich nicht um den Underground. Whiskey-Soda traf sich mit Gitarrist Marco und Drummer Lars in einem gemütlichen Irish Pub, um über das Baby der Beiden, also die Band, zu reden. Von den irritierten Blicken unserer Tischnachbarn ob der ausgewählten Themen, die uns von Nieten, Blut, Corpse Painting über Dimmu Borgir und Cradle Of Filth bis zu den hasserfüllten Texten führten, ließen wir uns nicht ablenken und führten ein aufschlussreiches Gespräch...
Amok Vedar stehen im Gegensatz zum beschriebenen obigen Klischee von Berlin -der Sechser schwelgt in seinen Songs fernab jeglicher Fröhlichkeit. "Amok Vedar wurde im Sommer '99 von unserem Keyboarder Tobias und mir gegründet, nachdem sich meine Band vorher aufgelöst hat." legt Drummer Lars die Anfänge seiner Combo dar. "Gitarrist Micha fand den Weg zu uns über einen Aushang, genauso wie der Rest der Band später auch." Lars verdingt sich nebenbei als Sessionmusiker wie als Schlagzeuglehrer, Micha spielte vorher bei Gravity, Frontkreischer Dennis war bei Nebiros, Exitium und Cromm Cruac als Stimmband-Malträtierer tätig. Keyboarder Tobias ist HdK-Student und spielte schon in etlichen anderen Gruppen, unter anderem bei der Blues-Band UBS Marco, der zweite Gitarrist hat noch diverse Projekte am Laufen, seine zweite Hauptband sind die Gothic Metaller Sons Of Twilight, der vielseitige Sechs-Saiter ist in verschiedenen Stilen und auch an anderen Instrumenten zu Hause. Seit Anfang des Jahres wird das Line Up von Désirée am Bass vervollständigt, die auch bei den Gothic-Metal-Band PORPHYRIA tätig ist und nun für den ausgestiegenen Sebastian die dicken Saiten zupft.
Man sieht, dass sämtliche Bandmitglieder bereits in einschlägigen Combos Erfahrungen gesammelt haben, um die nötige Ernsthaftigkeit für Amok Vedar an den Tag, oder besser an die Nacht, zu legen. Die zweimal in der Woche stattfindende Bandprobe kann so auch schon mal bis in die frühen Morgenstunden andauern. "Dass sich der Band-Sound in Richtung Black Metal entwickelte, stellte sich schon im Laufe der ersten Proben heraus. Micha wollte düstere Musik machen, ich eher schnell und hart, etwa Black, Death oder Trash. Ausschlaggebend war aber Dennis, dem es immer nicht hart genug sein kann!" grinst Lars. "Während wir auch mal die ruhigen, atmosphärischen Parts bevorzugen, steuert er Kommentare wie "Los, mehr Blastbeats! Schneller spielen!" bei."
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Amok Vedar haben trotzdem eine ausgewogene Mischung aus Blastbeats sowie - Gitarren und düsterer Atmosphäre gefunden, was auf ihrem "Live 'n Loud"-Album deutlich wird. Aufgenommen wurde dieses Dokument rauen, stimmungsvollen Black Metal's in Potsdam, wo die Musiker auch den ersten Auftritt als Band markierten. Harmonische Gitarren-Lead und epische, verträumte Keyboard-Teppiche werden mit sirrenden Riffs kombiniert, während Dennis' hasserfülltes, schrilles Kreischen unbeleckten Zuhörern eher Albträume bescheren dürfte... Stilistisch gesehen kann man den Sechser zwischen Dimmu Borgir, Hecate Enthroned, Cradle Of Filth, Catamenia und Agathodaimon einordnen, dazu gesellt sich noch ein kräftiger Schuss Eigenständigkeit. Wenn ich eine Prognose abwerfen darf, würde ich mal frech behaupten, song- und spieltechnisch gesehen haben Amok Vedar das Zeug dazu (bei einer guten Album-Produktion), locker im oberen Drittel des Schwarzmetalls aus deutschen Landen mitzumischen. Nicht umsonst spielten die Berliner bereits im Vorprogramm von Eminenz!
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"Am 31. März hatte bei einem Auftritt unser neuer Song "Menschenstaub" Premiere, im April und Mai werden wir ein Demo aufnehmen, dieses semiprofessionell gestalten und uns damit bewerben." blicken Lars und Marco in die Zukunft. Die komplexen Songs, die auch schon mal die 10-Minuten-Grenze sprengen, werden in kreativer Gemeinschaftsarbeit ausgetüftelt. Entweder entstehen die düsteren Hymnen beim Jammen, oder, wie Drummer Lars formulierte "... kommt meist Micha mit einer Idee an." Für den lyrischen Teil zeigt sich neben Dennis und Micha der versierte Schlagzeuger verantwortlich, "die besten Einfälle bekomme ich, wenn ich schlechte Laune habe. Die Texte basieren schlichtweg auf Menschenhass, 98% der Menschheit kannst Du in die Mülltonne werfen! In meine Texte lasse ich persönliche Gefühle und Erfahrungen einfließen, die Aussagen sind also nicht frei erfunden, sondern haben einen Hintergrund..." Auf die Frage, warum sich Amok Vedar in der deutschen Sprache artikulieren, grinst Lars und sagt nur: "Es gibt ja nicht so viele deutschsprachige Black Metal-Bands, daher fällt so etwas schon auf. Außerdem sollen uns die Leute ja verstehen!"
Auf ihrer Homepage können Interessierte Kontakt zur Band knüpfen, sie für Auftritte buchen, Songs downloaden, CD's als auch T-Shirts bestellen. Ein kompletter Gig der Band bietet 1:15 Stunde puren, bösen und hymnischen Black Metal, mit Pausen und Drum Solo gar 1:30 Stunden. Optisch sind Amok Vedar sowieso ein Genuss, neben dem Augenschmaus am Bass Désirée treten die Berliner mit dem leider immer seltener werdenden klassischen Corpse Painting und Nieten auf. "Tradition verbindet..." antwortet Lars auf das Warum, "Was die Musik vermittelt, soll auch optisch umgesetzt werden." Das gelingt bei Songs wie "Seelenfrieden", "A.v.E.d.U.", "Wiedergeburt" oder meinem persönlichem Fave "Desintegration Gottes" auch fabelhaft...
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