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Hot Water Music - Die Großväter des Emo am Siedepunkt

Bereits die letzten beiden Alben gaben den vier Emo-Rockern von Hot Water Music aus Florida einen ordentlichen Schub. Vor allem "Caution" wurde von Fans und Presse gleichermaßen umjubelt. Nun stehen die Jungs mit einer neuen, etwas anderen Platte in den Startlöchern. Ich traf mich mit Sänger und Gitarrist Chris Wollard, um ein bißchen darüber zu plaudern.

Der Albtraum eines jeden Gitarristen: Als Chuck Ragan an einem Strand in Orlando mit seiner Verlobten noch ein nächtliches Gläschen Wein trank und sich, um aus einem Liegestuhl aufzustehen, mit der Hand am Boden abstützen wollte, zerbrach unter seiner Hand ein Glas und eine Scherbe verletzte seine linke Hand. Besonders gravierend für den Sänger und Gitarristen von Hot Water Music: Gerade am für einen Rechtshänder so wichtigen linken Ringfinger wurde die Sehne vollständig durchtrennt. So geschehen im Juni diesen Jahres im Rahmen einer Tour mit Thrice und Dashboard Confessional. Die Operation zur Rekonstruktion der Sehne verlief zwar einigermaßen erfolgreich, die Reha-Maßnahmen brauchen allerdings eine Menge Zeit, so dass an Gitarrespielen momentan nicht zu denken ist, zumal bei Unfall oder Operation zusätzlich der Nerv beschädigt worden ist. Gefühl hat er also im betroffenen Finger nicht mehr. Und dass, wo die Jungs aus Gainsville, Florida in diesem Herbst mit dem lang erwarteten Nachfolger zum gefeierten "Caution" an den Start gehen wollen. Ihr sechstes Studioalbum "The New What Next", übrigens das dritte unter Epitaph-Flagge und mit Produzent Brian McTernan, soll ja schließlich von einiger Tour-Arbeit begleitet werden. "Vielleicht wird Chuck erstmal nur singen oder einfache Gitarrenparts übernehmen. Natürlich ist er im Moment down und deprimiert, aber wir hoffen, dass es bis zum Oktober wieder einigermaßen läuft", meint Co-Frontmann, Sänger und Gitarrist Chris Wollard mit seiner beeindruckend röhrenden Stimme. In der Zwischenzeit ist gerade Lawrence Katz von The Mighty Mighty Bosstones, deren Status im Moment ja ziemlich unklar ist, dabei, Chucks Gitarrenparts einzustudieren, um dann bei Auftritten in die Bresche springen zu können.

Nachdem die unschönen Neuigkeiten abgearbeitet waren, war uns beiden eine Überleitung zu netteren Themen ganz angenehm: Das neue Album. Mit 9 Veröffentlichungen in 9 Jahren, darunter 6 Volllängen-Alben, sind HWM im Grunde die Großväter des Emos, Post-Hardcore Punks oder wie auch immer man das Kind nennen will. Im Grunde ist die zumindest bis zum umjubelten Burner "Caution" eher im Hintergrund agierende Band, die sich nebenbei gesagt nach einem Buch von Charles Bukowski benannt hat, das wahre Flaggschiff des Emo, denn während Charthelden wie DC oder Jimmy Eat World recht poppig und Mainstream-tauglich klingen, sind die ursprünglichen Hardcore-Wurzeln bei HWM noch sehr lebendig. Daran ändert auch nichts, dass man sich laut Bassist Jason Black für "The New What Next" vorgenommen hatte, ein dynamischeres - will heißen vielseitigeres - Album zu machen. "'Caution' war ungefähr so", Chris streckt die geballte Faust aus, "wir waren damals dunkel und deprimiert. Seitdem ist in unserem Leben eine Menge Positives passiert. TNWN ist also ein viel fröhlicheres Album, dass wie eine Achterbahnfahrt sein sollte. Während 'Caution' und auch 'A Flight And A Crash' mehr oder weniger ein einheitliches Tempo mit viel Druck und Wut haben, gibt es nun eine größere Variationsbreite". Aufgrund des erfolgreichen Vorgängeralbums gab es von Seiten des Labels keinen Druck. "Der einzige Druck, den wir spüren, ist von uns selbst. Wir wollen natürlich immer das bestmögliche machen und das Album soll die Stimmung und Situation widerspiegeln, in der wir uns zum jeweiligen Zeitpunkt gerade befanden".

 

Was haben die Jungs eigentlich nun anders gemacht als früher? "Ein wesentlicher Unterschied ist, dass wir viel mehr Erfahrung und Wissen mitgebracht haben. Wir waren nicht länger im Studio als bei den vorherigen Alben, aber diesmal waren die Songs im Vorfeld schon sehr viel ausgereifter, so dass wir im Studio selbst dann sehr entspannt und mit mehr Zeit an den einzelnen Songs arbeiten konnten. Hinzu kommt, dass wir mit Brian einen Produzenten haben, der die Band sehr gut kennt und zu dem wir viel Vertrauen aufgebaut haben." Aber abgesehen von der Stimmigkeit zwischen der Band und dem Produzenten, was ist das Geheimnis von HWM? Was macht diesen unverwechselbar kernigen, aber doch melodiereichen Sound aus? Chris lacht mit strahlend blauen Augen. "Keine Ahnung. Da gibt es kein besonderes Geheimnis. Wir lieben es einfach, zusammen zu spielen und sind gute Freunde. Selbst wenn ich einen Song schreibe und dieser mir sehr gut gefällt, wird er nur genommen, wenn der Funke bei allen überspringt und die Energie zwischen uns stimmt. Wenn dann mal ein Song von mir unter den Tisch fällt, ist das kein Problem, denn wir haben alle unsere Nebenprojekte, in denen dann solche Songs umgesetzt werden können." Was sich im im Vergleich zu "Caution" nicht geändert hat, ist die Fähigkeit der Band, die Energie und den Sound von Live-Konzerten mit ins Studio zu retten. "Ich bin froh, dass du das so siehst. Das war auch wirklich ein hartes Stück Arbeit. Früher kamen die Leute zu mir und meinten 'Hey, großartige Show, aber auf CD klingt ihr ganz anders'. Das war ein weiter Weg bis dahin, wo wir jetzt sind. Am Anfang sind wir ja ins Studio gegangen und hatten absolut keinen Schimmer, was wir da eigentlich machen. Erst nach und nach haben wir immer mehr dazugelernt und das dann umgesetzt. Dann wieder was neues gelernt und ausprobiert, und so weiter...".

Ich wollte natürlich wissen - ein paar Standardfragen müssen sein - wie der Albumtitel zustande kam. Irgendwie klang dieses "The New What Next" ironisch für mich. Etwa in Bezug auf das ganze Musikgeschäft, dass stets auf etwas neues, frisches, auf "the next big thing" lauert. Die wahre Geschichte ist aber fast noch skurriler: "Der Satz 'The New What Next' steht auf einem 50er-Jahre Kinderbuch (siehe Photo), in das ich meine Lyrics hineinschreibe. Je länger wir an den Songs gearbeitet haben, desto besser schien der Titel auf das Album zu passen. Außerdem kann man es auch wie 'Wir haben so viel Scheisse erlebt. Was kommt denn nun noch?' verstehen."

Ein Thema, um dass man in diesen Tagen nicht herum kommt, ist George Bush und die amerikanische Politik. Eigentlich verstehen HWM sich eher als unpolitische Band, was nicht bedeutet, dass man als Privatmensch unpolitisch wäre, doch bei einem "evil motherfucker" und Dummkopf wie George Bush scheinen die Jungs nicht mehr anders zu können, als sich einzumischen. "Klar ist Kerry nicht die Antwort aller Fragen, schließlich gehört auch er zu einer elitären Oberschicht", gibt Chris zu bedenken, rechtfertigt die Unterstützung von punkvoter.com und die Partizipation an Rock Against Bush Vol.2 allerdings mit der Erklärung, dass der erste Schritt zur Verbesserung der Lage nun mal sein müsse, Bush aus dem Weißen Haus heraus zu bekommen und die realistischste Chance hierfür Kerry sei. Fahrenheit 9/11 hatte er sich bereits in seiner Heimatstadt Gainsville angeschaut: "Das war wirklich verrückt. Nicht nur, dass mehrere Vorstellungen, die parallel liefen, über mehrere Tage hinweg komplett ausverkauft waren, es ging dort zu wie auf einer Wahlkampfveranstaltung. Die einen hatten Buttons der Demokraten und klatschten während des Films Beifall, die anderen hatten Republikaner-Anstecker und buhten lautstark dazwischen. Unglaublich, was da abging."

 

Gerade als es nochmal so richtig interessant wurde, war die Interviewzeit leider abgelaufen und ich konnte Chris nur noch zwischen Tür und Angel entlocken, dass es Tourpläne für Europa für Anfang nächsten Jahres gäbe. "Bis November sind wir in den USA unterwegs, den Dezember nehmen wir immer frei, wegen der Holidays. Außerdem habe ich einen Sohn, mit dem ich dann Zeit verbringen will." Was HWM live angeht, sieht es also gut aus. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch das neue Album ziemlich einschlagen wird. Sowohl für alte, als auch für neue Fans dürfte etwas dabei sein. Jason jedenfalls ist sich sicher, dass "The New What Next" das bisher beste Album der Band ist: "If there was one Hot Water Music record to own, it would be this one". Das hätte wohl kein Promo-Schreiberling oder Label-Vertreter besser ausdrücken können. Bleibt nur noch, ein lautes "Get Well" an Chuck zu senden. Hot Water Music ohne Chucks Gitarrenspiel - das wäre ja fast so schlimm wie die Bosstones ohne Lawrence Katz und Chris Rhodes.


 

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Tobiohnebo
© 08/2004 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Hot Water Music

Homepage:
- Hot Water Music
- Hot Water Music bei Myspace

Artikel:
- Hot Water Music - Die Großväter des Emo am Siedepunkt
- Hot Water Music - glühend verehrt
- Hot Water Music - The Restless Rock Syndrome
- Hot Water Music - Immer wieder montags

Rezensionen:
- A Flight And A Crash
- Caution
- The New What Next
- No Division (Re-Release)
- Exister
- Live in Chicago
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