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The Hives - Mit drei Spatenstichen in die 60er

Nach eineinhalbjähriger Bühnenpause sind The Hives also wieder da, um mit ihrem neuen Album "Tyrannosaurus Hives" die Gunst der Punk- und Garagenrock-Fans zurückzugewinnen. Ob die fünf rockenden Schweden immer noch "Your Favorite Band" sind, bleibt abzuwarten. Die Titelseiten gehören ihnen jedenfalls schon einmal.

Vor einiger Zeit veranstaltete Die Zeit eine Aktion, um die Theorie zu be- oder widerlegen, dass jeder Mensch auf unserem Planeten jeden beliebigen anderen Menschen über maximal sechs Zwischenstationen kennt (Six Degrees of Separation). Zum Test sollte ein Berliner Falafel-Verkäufer also über sechs aneinander gereihte Bekannte mit Marlon Brando assoziiert werden. Nach zähem Ringen gelang es, was natürlich kein ausreichender Beleg für die Richtigkeit der Theorie ist, aber sie zumindest auch nicht widerlegt. Beim Stöbern nach Informationen über The Hives tauchte bei mir nun die Frage auf, ob ähnliches vielleicht auch für Musik gelten mag. Kann man jede heute aktive Band über sagen wir drei oder vier Ecken mit beliebigen Bands und Musikstilen der Vergangenheit verknüpfen? Im Grunde haut die Idee in die "Alles kommt irgendwann wieder"-Kerbe und erklärt den Trend zu "Retro".

Jedenfalls gehört eine gehörige Portion Selbstvertrauen und vielleicht auch Frechheit dazu, sein neues Album nach einem Dinosaurier zu benennen, der neben Assoziationen mit etwas Großem, Gewaltigem, vielleicht auch Mächtigem natürlich eine gute Vorlage für allerlei Verunglimpfungen liefert ("angestaubt", "zum Aussterben verdammt", "unzeitgemäß", "behebig", etc.). Wenn man dann aber die nette kleine Entstehungsgeschichte des dritten Hives-Langspielers liest, wird die seitenhiebträchtige Wahl einleuchtend: Nachdem die Band mit "Veni Vidi Vicious" und Hits wie "Main Offender" und "Hate To Say I Told You So" im Gepäck drei Jahre lang ausgiebig über weltweite Bühnenbretter getourt war, zog man sich zurück in das heimatliche Industriestädtchen Fagersta. "wir schreiben keine Songs on the road. Viele der Bands, die das machen, klingen am Ende wieder nur wie auf der letzten Platte. Das wollten wir auf keinen Fall. Wir waren also drei Jahre unterwegs, und als wir dann mit der Platte begannen, dachten viele Leute wohl, es wäre schon zu spät, um ein neues Album aufzunehmen. Aber jetzt wo wir fertig sind, fühlen wir uns, als könnten wir gleich noch eins machen", gibt Frontmann Howlin´ Pelle Almqvist zu Protokoll. Nun steht allerdings ersteinmal wieder Touren auf dem Programm, und wer die Jungs dieses Jahr schon auf einem der Festivals gesehen hat, wird bestätigen können, dass sie auch das drauf haben. Aber zurück zur Entstehung des neuen Albums und dessen Titel: Satirisch erklären die Hives auf ihrer Homepage, dass irgendwann nach Ende des Tourmarathons der erste Spatenstich im Garten gesetzt wurde. Man wollte sich selbst überraschen und einen neuen Sound freilegen, wobei neben der ersten Single "Walk idiot Walk" eine Handvoll Songs vertreten ist, die ganz klar auf Nummer sicher getrimmt sind bzw. sich ganz auf die alten Stärken stützen: Krachender, schmutziger Rock´n´Roll fürs Tanzbein.

 


Bei den Grabungsarbeiten mußte man allerdings zunächst die stinkigen 90er beiseite schippen, um an die Elektro-New-Wave-Perlen der 80er heranzukommen. Aber das sollte erst der Anfang sein. Eine Schicht tiefer stieß man auf das metallische Scheppern der 70er, was sich offensichtlich hervorragend in die rauen, sperrigen Song-Konstrukte einbauen ließ. Man grub weiter. Der Rock´n´Roll und der Soul der 60er war natürlich von jeher eine ergiebige Quelle der Inspiration für die Hives. Aber obwohl der Garage-Punkrock den Großteil seiner Wurzeln in dieser Epoche hat, gab man sich nicht zufrieden und grub noch weiter, bis man schließlich auf den "Tyrannosaurus Hives" stieß.

Nun, nach getaner Arbeit, regiert bei den fünf Hobbyarchäologen bereits wieder die Bescheidenheit: "Tyrannosaurus Hives is a record so full of potential hits, it would take a hundred songwriters working for a hundred years to come up with anything like it." Naja, nicht wirklich. Aber man sollte sich durch ihre stets halb-ironisch vorgetragenen Äußerungen nicht irritieren lassen. Auf Sätze wie "Dass wir weitergekommen sind als all die anderen Rockbands aus Skandinavien hat einen einfachen Grund: Wir sind besser!" folgt auch mal ein tiefstapelndes "Es gibt nichts interessantes über uns zu berichten. Wir sind einfach nur eine Stimme, Bass, zwei Gitarren und ein Schlagzeug, weiter ist da nichts." Obwohl man es also durchaus versteht, mit den Medien zu spielen, scheint eine mediale Überhöhung den Jungs ein wenig unangenehm zu sein. Andererseits liefern sie bereitwillig alles, was zu einem ausgewachsenen Hype nötig ist: Energiegeladene Bühnenshows in ungewöhnlichen Outfits (es wird stets Schwarz und Weiß getragen), mit Randy Fitzsimmons ein fiktives Alter Ego der Band, das für alle Songs und die Bandgründung 1993 verantwortlich zeichnete und nicht zuletzt das Rumoren rund um den Wechsel von Burning Heart/Epitaph zu Universal, welcher von den Gerüchten begleitet war, der Vertrag sei nicht erfüllt worden und es kämen noch Probleme bei der Veröffentlichung der neuen Scheibe auf sie zu. Exzentrische Statements in Interviews tun ihr übriges.


Der Wechsel zu einem Major-Label scheint der Band gut getan zu haben, und die Tatsache, dass die Großen im Gegensatz zu Independent-Labels offen den Willen zum Geldverdienen zugeben, stört die Jungs nicht: "Klar wollen sie das. Major-Labels existieren eigentlich nur - im Guten wie im Schlechten - um Platten zu verkaufen. Aber das weißt du auch, wenn du den Vertrag mit ihnen unterschreibst. Jetzt haben wir sogar noch mehr Kontrolle, weil wir unsere Unabhängigkeit vertraglich festgehalten haben", meint Pelle. Und bei der Arbeitsweise habe sich auch gar nicht so wahnsinnig viel geändert, übernahm das Recording doch wieder Pelle Gunnerfeldt, der auch schon beim 97er Debüt "Barely Legal" und bei "Veni Vidi Vicious" an den Reglern saß. Trotz der Spielereien ging es unterm Strich wieder in Richtung Rock´n´Roll: "Wir wollten einen Maschinensound entwickeln. Die Drums zum Beispiel sollten so monoton wie mögliche gespielt werden, dass sie fast wie ein Drumcomputer klingen. Wir haben da viel rumprobiert. Es sollte so einen Eighties-Sound bekommen, aber dann wurden daraus eher so Rock'n'Roll-Songs. Das hat sich für uns besser angefühlt."

 


Nach drei Jahren des Tourens und eineinhalb Jahren der unauffälligen Arbeit ist das neue Album der Hives also unter Patenschaft von Universal Music aus seinem Dino-Ei geschlüpft und katapultiert die fünf Schweden augenblicklich zurück ins Bewußtsein der Öffentlichkeit. Und trotz der verführerischen Analogien braucht man sich keine Sogen zu machen: Vom Aussterben scheinen The Hives nicht bedroht zu sein. Davon wird man sich in der nächsten Zeit sicherlich auch noch öfter live überzeugen können. "Tyrannosaurus Hives is not an album put together by "dudes" "jamming". It's the result of young men tireless in their search for "better" and "more"." Dem ist nichts hinzuzufügen.


 

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Tobiohnebo
© 07/2004 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: The Hives

Homepage:
- The Hives

Artikel:
- The Hives - Mit drei Spatenstichen in die 60er
- The Hives - Raus aus den Schubladen
- The Hives - Ein Abend in der Columbiahalle oder warum Schweden einfach nur geil ist.
- ROCK AM SEE 2013: Die Toten Hosen und The Hives kochten den See

Rezensionen:
- Your New Favourite Band
- The Black And White Album


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