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Als die Hamburger Band Soon die Bühne gegen 20.30 Uhr betrat, verloren sich möglicherweise 50 Leute in der Halle, dementsprechend tendierten die Reaktionen auf den eher durchschnittlichen Gothic Metal der Band auch gen null. Leider fehlte bei der Band aufgrund der Situation auch verständlicherweise der Enthusiasmus.
Danach füllte sich die Halle langsam, aber zäh, so daß, als Flowing Tears die Bühne betraten, die Menge auf ungefähr 150 angewachsen war. Flowing Tears hatten, was Sound und Präzision angingen, einen recht guten Tag erwischt, auch hatten sie eine nette Songauswahl getroffen, allerdings machte das Publikum mit seiner stoischen Warterei auf Samael jede Partystimmung zunichte. Zwar mühte sich die Band, allen voran Sängerin Helen, die Herrschaften am Publikum näher an die Bühne zu bekommen ("Jetzt gehen mal alle 10 Meter nach vorne") und etwas mehr Stimmung ins triste Rund zu bringen ("Bei meiner Schwester war neulich Kindergeburtstag. Da war es lauter als hier. Ist das nen Kindergeburtstag oder nen Metalkonzert?"), aber auch sie scheiterte schlußendlich an der Menge, die ausschließlich auf die Rückkehr Samaels zu warten schien. So war schon nach knapp 40 Minuten Feierabend für Flowing Tears, die sich redlich Mühe gegeben haben.
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Dann aber war die Halle mehr als halbvoll, und man bewegte sich ganz ohne Zutun einer Band bis dicht vor die Bühne. Als die ersten Töne von "Era One" ertönten, ging das Jubeln los, und sollte auch nicht mehr aufhören.
Offensichtlich hatte die Menge Spaß, und zwar die nächsten 100 Minuten lang. Nach dem Era One – Intro ging es los mit "Rain", und von der ersten Sekunde an stellten Samael klar, daß sie gewillt sind, mit Macht auf die Bühnen dieser Welt zurückzukehren. Die Lautstärke war bis an den Anschlag aufgedreht, aber der Sound war so klar und sauber, daß außer einem leisen Piepen im Ohr hinterher keine bleibenden Schäden zu vermelden waren.
Außerdem gibt es Musik, die umso besser wird, umso lauter sie ist, und Samaels düsterer, elektronischer Rhythmus-Metal gehört eindeutig dazu. Das erste Mal richtig rund ging es dann bei dem unglaublich brillanten "On Earth", und auch beim Rest der Songs schienen die Fans mit jedem einzelnen der von der Band ausgewählten Tracks hochzufrieden. Man ging wohl nach dem Motto: Hauptsache überhaupt mal wieder Samael.
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