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Direkt nach der In Extremo-Autogrammstunde, in der sich die Schlange um den entsprechenden Stand quer über das Gelände zog, erzählte mir Das Letzte Einhorn von den vielen Dingen, die er im Laufe der Zeit signieren sollte. "Das Amüsanteste, was einem bei dieser Sache so unterkommt, sind Leute, die ihre Ärsche signiert haben wollen. Ärsche und manchmal auch das dazwischen. Aber was soll man da sagen: Igitt, das mach ich nicht – man machts einfach und dann ist es auch okay." Der Medienrummel, der sich um seine Band dreht, scheint Michael ziemlich kalt zu lassen: "Man fühlt sich auch nicht anders als früher. Wir waren zwar bei der Echoverleihung dieses Jahr, wussten aber, dass wir nicht gewinnen werden. Die Party war sehr gut, aber deshalb geht man ja auch da hin. Ansonsten sind In Extremo auch jederzeit noch in der Lage, in einem kleinen Club zu spielen, je nach dem was anliegt."
Über die zunehmende Resonanz ausserhalb Deutschlands freut er sich aber trotzdem sehr. "Wir sind dieses Jahr viel in Europa unterwegs und haben glücklicherweise auch die ganzen Schweizer Festivals wie St.Galen und so weiter, stellenweise als Co-Headliner. Ist schon geil – kann man einfach mal so sagen.".
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Ein weiteres Highlight der kommenden Tour wird ein Auftritt zusammen mit Korn sein. Die beiden Bands haben sich bei Rock am Ring kennengelernt und für sympathisch befunden. Es entstand ein Email-Kontakt und auch auf dem Highfield Festival wurde nochmals zusammen gespielt. Der anstehende Hannover-Auftritt soll diesmal etwas Besonderes werden: "Wir bauen ja alle unsere Dudelsäcke selber – das haben wir und im Laufe der Jahre einfach angeeignet – aber niemals für andere Leute, ausser für einen und das ist Jonathan Davis, den kriegt er in Hannover. Ob wir allerdings zusammen auf der Bühne stehen werden, wissen wir noch nicht, aber es könnte schon irgendwie mal eine Zusammenarbeit geben."
Die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ist aber nichts, was diese Band wirklich plant. Meist ergaben sich die Dinge spontan wie auch bei Thomas D. oder Henning von den H-Blockx, mit denen man im selben Studio arbeitete.
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Ein paar meiner Fragen schweiften in die Vergangenheit zurück, diese wurden allerdings nur ziemlich kurz angebunden beantwortet: "Das Musikerleben in der DDR war geil! Ich hab in diversen Rock- und Coverbands gespielt, was für mich eine sehr gute Schule war, die ich niemals in meinem Leben jetzt missen möchte. Ich habe sehr viel gelernt. Wir haben alle im Underground unser Ding gemacht. Und es hat funktioniert."
Über Spielverbote und Stress mit dem System will Michael nicht sprechen: "Sowas gab es alles, aber warum soll man darüber reden? Ich bin ein Typ der in die Zukunft guckt und nicht zurück. Ist nicht mein Stil, da jetzt dämlich drumrum zu erzählen." Viel interessanter scheint ihm da das Thema Malaysia. Bassist Die Lutter lebt seit einer Weile dort und ist unter anderem als Musiklehrer tätig. Auf die Frage, ob In Extremo nicht auch mal malaysische Musikelemente mit in ihr Programm einfliessen lassen wollen, reagiert Michael zunächst eher ablehnend. "Wie viel Kram sollen wir denn noch mitnehmen?!" Schliesslich füllen die Sieben schon einen ganzen LKW mit ihrer Backline und den Instrumenten. Doch dann scheint ihm der Gedanke doch zu gefallen. "Da haben wir noch gar nicht weiter drüber nachgedacht – ist aber eigentlich eine gute Idee." Bleiben wir gespannt, was die Zukunft für Michael und seine Mannen abgesehen von weiterer tagelanger Textrecherche in Bibliotheken noch so bringen wird.
Der feurige Auftritt auf dem Festival lohnte sich im Anschluss auf jeden Fall, live ist die Truppe immer wieder genial. Nach der ausgiebigen Sommertour wollen In Extremo ab Mitte September erstmal eine Pause einlegen und sich im Frühjahr 2005 erst wieder zurückmelden. Dann aber wahrscheinlich auch mit neuem Album.
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